Das Bayerische Kabinett hat am 25. Oktober einen Durchbruch bei der Frage der Finanzierung der zweiten S-Bahnstammstrecke in München erzielt und damit den Weg für den Startschuss des Projekts geebnet. „Wir freuen uns sehr, dass jetzt die Weichen für den Bau der Zweiten Stammstrecke in München gestellt worden sind“, erklärten Bundestagsabgeordneter Dr. Andreas Lenz, Landtagsabgeordneter Thomas Huber und Landrat Robert Niedergesäß: „Wir haben gemeinsam jahrelang für dieses Verkehrsprojekt gekämpft, weil es für die vielen Pendler aus unserem Landkreis von großer Bedeutung ist. Ohne eine Zweite Stammstrecke wäre das in die Jahre gekommene S-Bahn-System in absehbarer Zeit an seine Grenzen gestoßen“.
Thomas Huber, der sich in der CSU-Landtagsfraktion seit seinem Einzug in den Landtag 2013 für die Realisierung der 2. Stammstrecke einsetzt, betont die Wichtigkeit des Infrastrukturprojekts für die Wirtschaft der Metropolregion: „840.000 Menschen fahren jeden Tag mit der S-Bahn durch München und erleben dabei – wie ich auch - mit wachsender Ungeduld, wie störanfällig das S-Bahnsystem ist. Ausfälle und Verzögerungen wirken sich auf den Arbeitsalltag und auf die Wirtschaft aus. Es gibt keinen Zweifel daran, dass der Personennahverkehr in unserer Region substanziell verbessert und den modernen Anforderungen an ein zukunftsfestes Nahverkehrssystem angepasst werden muss.“ MdB Andreas Lenz betont, dass die Unterzeichnung der Realisierungsvereinbarung zwischen dem Freistaat und dem Bundesverkehrsministerium deshalb eine „wirklich gute Nachricht für alle Pendler aus den Landkreisen Ebersberg und Erding ist, der Flaschenhals wird beseitigt“. Der Ebersberger Landrat Robert Niedergesäß, der auch Sprecher der MVV-Landkreise ist, ergänzt: „Unser Landkreis wird auch in den kommenden Jahren laut aktueller Prognosen stärker wachsen als alle anderen Landkreise in Bayern; dass das auch mehr Verkehr bedeute, verstehe sich von selbst."
Die zweite Stammstrecke ist die Voraussetzung dafür, dass das S-Bahnnetz in Zukunft auch an den Außenästen verbessert werden kann, was z.B. den Ausbau der Strecke zwischen Riem und Markt Schwaben, den zusätzlichen Bahnsteig in Markt Schwaben oder den Ausbau von Grafing Richtung Ebersberg und Wasserberg betrifft. Diese Maßnahmen sind ebenso notwendig, um die Menschen noch attraktiver in die Innenstadt bringen zu können.
Die drei Ebersberger CSU-Politiker sind sich einig: „Unser Ziel ist es, dass noch mehr Menschen als schon bisher umweltfreundlich mit der S-Bahn zur Arbeit fahren oder sie in ihrer Freizeit nutzen. Das werden sie aber nur dann können, wenn diese auch in Zukunft leistungsfähig bleibt und natürlich auch möglichst häufig und störungsfrei fährt. Deshalb ist die Entscheidung von Freistaat und Bund für den Bau der Zweiten Stammstrecke auch ein klares Signal dafür, dass wir noch mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagern wollen“
Die beiden CSU-Abgeordneten aus Bund und Land, Andreas Lenz und Thomas Huber nahmen an einer Konferenz, bei der über das weitere Verfahren hinsichtlich der zweiten Stammstecke gesprochen wurde, am 16. Mai in Haimhausen teil. Dabei betonte Bundesverkehrsminister Dobrindt, dass der Bau der zweiten Stammstrecke nicht in Frage stehe. Die S-Bahn-Stammstrecke in München wird täglich von mehr als 800.000 Fahrgästen genutzt. Die rund 18.000 Pendler, die aus dem Landkreis Ebersberg täglich in die Landeshauptstadt zur Arbeit fahren, sind auf einen funktionsfähigen öffentlichen Nahverkehr angewiesen.
Der Bau der zweiten Stammstrecke ist dringend notwendig, betonen der Bundestagsabgeordnete Andreas Lenz und sein Kollege aus dem Bayerischen Landtag Thomas Huber, die beide die überregionale Bedeutung der zweiten Stammstrecke bekräftigen. Huber: „Die 2. Röhre ist nicht nur für München und das Umland wichtig, sondern elementar für Bayerns Wirtschaft. Schließlich ist der Ballungsraum München mit über 40 Prozent des bayerischen Bruttoinlandsprodukts Bayerns Wirtschaftsmotor“. Lenz ergänzt: „Die Stammstrecke ist der Flaschenhals von ganz Oberbayern“.
Huber, der im Landtag neben Reinhold Bocklet zu den stärksten Verfechtern der 2. Stammstrecke zählt, weißt auch auf die Bedeutung für den Landkreis Ebersberg hin: „Der Bau der 2. Stammstrecke ist auch für den Ausbau des Knotenpunkts Markt Schwaben von entscheidender Bedeutung.“
Mit dem Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt Pasing – Marienhof sei planmäßig im Herbst zu rechnen. Dann könne mit dem Bau begonnen werden, so Dobrindt.
Auf Nachfrage von Thomas Huber stellt das Verkehrsministerium fest, dass die zweite Stammstrecke auch für Regionalzüge geeignet ist, sofern diese nicht doppelstöckig seien. Huber: „Der Tunnel muss so gebaut werden, dass auch der ein oder andere Regionalzug aus Rosenheim durch die Röhre geschickt werden kann.“
Sollte es zu signifikanten Kostensteigerungen kommen, müssten diese von der Bahn, dem Freistaat Bayern, aber auch vom Bund getragen werden, betont Andreas Lenz.
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