Huber diskutiert mit Ebersberger Flüchtlingshelfern im Landtag

  • Mittwoch, 13 Dezember 2017 10:33
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Abgeordneter Thomas Huber (CSU) im Gespräch. Abgeordneter Thomas Huber (CSU) im Gespräch. © Bildarchiv Bayerischer Landtag
„Wir sind angetreten, um den sozialen Frieden in unseren Orten zu sichern und nicht, um Behördenkram zu erledigen.” Dies war der einhellige Tenor der rund 300 geladenen Helferinnen und Helfer, unter denen sich auch einige Vertreter aus dem Landkreis Ebersberg befanden. Landtagspräsidentin Barbara Stamm hatte die Ehrenamtlichen aus der Flüchtlingshilfe in das Maximilianeum eingeladen, um dort zu besprechen, was gut funktioniert, was besser werden könnte und wo die großen Probleme liegen für jene Menschen, die sich seit Jahren einbringen und mit dafür sorgen, dass die Integration gelingen kann. Barbara Stamm wies in ihrer Begrüßung darauf hin, dass Ehrenamtliche nicht nur geben könnten, sondern auch Unterstützung benötigen. Der Ebersberger Stimmkreisabgeordnete Thomas Huber, pflichtete Stamms Appel bei, nicht nur die Probleme zu sehen. Man solle auch darüber sprechen, was bereits gelungen und gut sei – da gebe es sehr viel Positives.
 
„Integration kann dann funktionieren, wenn beide Seiten diese anstreben“, zeigte sich auch der Landtagsabgeordnete Thomas Huber überzeugt. Er vertrat den Vorsitzenden des Sozialausschusses auf dem Podium und nahm auch an den regen Diskussionen mit den Helferinnen und Helfern teil. Gerade das Thema „Ausbildung und Arbeit” sorgte für lebhafte Debatten und Zwischenmeldungen. Denn ohne Erlaubnis der Ausländerbehörden kann kein Flüchtling einen Ausbildungsplatz antreten. Huber kennt dies aus zahlreichen Fällen aus der Praxis, in denen er von Helfern aus dem Landkreis Ebersberg direkt angesprochen um Unterstützung gebeten wurde.

Prof. Klaus Meisel, Vorsitzender des Bayerischen Volkshochschulverbands, warnte vor pauschalen Urteilen. Er sei bestürzt, wenn Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, in der politischen Rhetorik als Gutmenschen verunglimpft würden. Aber es sei umgekehrt genauso falsch, die Verwaltung in Bausch und Bogen zu kritisieren. „Da haben sehr viele Menschen in den Behörden viel geleistet und oft großes Verständnis aufgebracht.” Sehr zufrieden zeigte sich Meisel über den großen Zuspruch zu den angebotenen Deutschkursen: „Wir kehren vom Chaos-Modus zum Flexi-Modus zurück. Ohne die ehrenamtlichen Helfer hätten wir das nicht bewältigen können”, erklärte er. 182.000 Menschen im Freistaat lernten Deutsch als Fremdsprache. Wieviel davon Geflüchtete seien, werde allerdings nicht gesondert erfasst.

Diskussionen an 40 „Runden Tischen“

Die Statements und Einschätzungen auf dem Podium lieferten wichtige Impulse für die im Anschluss stattfindenden Diskussionen an 40 „Runden Tischen“. Hier saßen rund 300 Vertreterinnen und Vertreter des Ehrenamts mit den Fachleuten und Abgeordneten zusammen und analysierten gemeinsam die aktuelle Situation in der Flüchtlingshilfe. Ergebnis: Viele Ehrenamtler fühlen sich alleine gelassen und manchmal auch missbraucht – vor allem dann, wenn sie vor Aufgaben stehen, die eigentlich Angelegenheit des Staates sind.

Identitätsfeststellung, Wohnraum, Arbeitsplätze, Sprachkurse für Erwachsene – all das trieb die Ehrenamtlichen um, wie die zahlreichen, sehr konkreten Notizen erkennen ließen, die am Ende an den Tischen eingesammelt wurden. Dieser „Schatz an Ideen” wird über die Mitglieder der Enquete-Kommission „Integration in Bayern aktiv gestalten und Richtung geben“ an alle vier Fraktionen im Landtag weitergegeben“, so Huber, der Mitglied der Kommission ist.
Über allem stand das Motto „Respekt”. Man müsse sich mit Wertschätzung begegnen, auch wenn man in der Sache hart diskutiere. Ansonsten, so Huber, würden sich die Fronten verhärten und extreme Gruppierungen davon profitieren. „Diejenigen, die die Integration nicht wollen, sollen keine Chance haben”, wünschte er sich.

Ergebnisse der Diskussionsrunden

Die Flüchtlingskrise und das damit verbundene Engagement von Ehrenamtlichen standen im Landtag bereits bei einem Empfang für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer im Oktober 2016 sowie bei der Verleihung des Integrationspreises im Juni 2017 im Fokus. Schon damals wurden Problemfelder aufgezeigt, die es aus der Sicht der Ehrenamtlichen bei der Betreuung von Flüchtlingen gab und noch immer gibt: in der Zusammenarbeit zwischen ehren- und hauptamtlichen Kräften, bei den Bearbeitungszeiten von Anträgen und den damit verbundenen Formalitäten oder beim zum Teil uneinheitlichen Vorgehen der Bezirksregierungen. „Bei der Lösung mancher Probleme brauchen wir einen langen Atem. Das haben wir insbesondere festgestellt, wenn es um die bürokratischen Hürden geht“, erklärte Landtagspräsidentin Barbara Stamm, die den erneuten Gedankenaustausch zwischen Ehrenamtlichen und Fachleuten im Maximilianeum angestoßen hatte.


 
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