Staat prüft Maßnahmen zur Förderung der Schwimmfähigkeit

  • Montag, 03 Juli 2017 10:33
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Staat prüft Maßnahmen zur Förderung der Schwimmfähigkeit (c) animaflora / fotolia

"Jeder Tote in bayerischen Gewässern ist einer zuviel", sagte Thomas Huber während seiner Plenarrede im Bayerischen Landtag. Vor dem Hintergrund aktueller Ertrinkungsunfälle diskutierte das Parlament über die Ursachen von Badeunfällen sowie über zusätzliche Möglichkeiten seitens des Freistaates, die Schwimmfähigkeit der Bevölkerung zu verbessern. Dazu reichte Huber zusammen mit seinen Fraktionskollegen einen Dringlichkeitsantrag ein, der auch die Zustimmung aller anderen Fraktionen fand. Darin wurde die Staatsregierung aufgefordert, alle Optionen im Rahmen ihrer Zuständigkeit zu prüfen um die Schwimmfähigkeit weiter zu fördern.

Wie der Ebersberger Stimmkreisabgeordnete deutlich machte, sei es nicht die primäre Aufgabe des Staates, eine allgemeine Schwimmfähigkeit bei Grundschülern sicherzustellen. Die Vermittlung der Fähigkeit des Schwimmens ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die im Vorschulalter im Elternhaus beginnen sollte. Er appellierte deswegen auch an die Eltern, ihre Kinder in Schwimmkurse zu schicken. Dennoch sei der Schwimmunterricht seit langem in den bayerischen Lehrplänen verankert. Huber verwies in dem Zusammenhang auf das vielfältige Kursangebot in Vereinen, bei DLRG und Wasserwacht, das neben dem schulischen Schwimmunterricht existiere. In den letzten beiden Jahren gehörten junge Menschen im Alter zwischen 0 - und 15 Jahren zu den seltensten Ertrinkungsopfern, was für Huber aber kein Grund zur Entwanrung ist. "Gerade bei Kindern und Jugendlichen sollten Eltern darauf achten, dass eine einst erworbene Schwimmfähigkeit in späteren Jahren nicht verloren geht, weil zu wenig geübt wird", mahnte der Abgeordnete, der seit wenigen Wochen auch Chef der Bayerischen Wasserwacht ist. Laut Unfallstatistik gehen die meisten tödlichen Unfälle jedoch nicht auf fehlende Schwimmfähigkeit zurück, sondern sind meist der Selbstüberschätzung der Opfer oder der Unkenntnis über mögliche Gefahren (wie z.B. Strömungen) geschuldet. Huber ist davon überzeugt, dass nur dann wieder weniger Menschen dem „nassen Tod“ zum Opfer fallen, wenn man es schaffe, den Menschen zu vermitteln, dass Wasser zwar ein sehr schönes, aber auch ein sehr gefährliches Element ist.

Ein großes Lob sprach Huber in seiner Plenarrede den Wasserrettungsorganisationen aus, die sich ehrenamtlich für die Sicherheit der Badegäste an Bayerischen Flüssen und Seen, aber auch in Frei- und Schwimmbädern einsetzen. Mit rund 130.000 Mitgliedern ist die Wasserwacht Bayern die größte Wasserrettungsorganisation in Bayern und engagiert sich zusammen mit der DLRG bei der Durchführung von Schwimmausbildungen und gibt Schwimmunterricht. Im letzten Jahr machten ca. 32.000 Personen davon Gebrauch.



 

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